Depression
Gelesen von Grufti.Ente
Sie hat sich eingeschlossen in ihre Wohnung, zwei Tage schon, Bettflucht, durch Medikamente sediert. Sie zieht die Bettdecke über den Kopf, obwohl es heiß ist in der Stadt: sie sieht keinen, dann sieht sie keiner. Dabei flüchtet sie nicht vor einem Blick in der Stadt, vor keinem gleichgültigen, mitleidigen, aggressiven: vor einem anerkennenden schon eher. Sie flüchtet vor dem Anblick eines Spiegels in ihr, in dem sich alle Blicke auf ihr Leben reflektieren, nur die Niederlagen, nur der Schmerz, nur die Schuld, erzeugend ein unsichtbares Bild für die Stadt und mich. Nur Mosaiksteine erkenne ich, der sie anblickt wie jemand aus der Stadt, so oft, der die Tür zu ihrer Wohnung aufschließt immer , und der Türen abschließt beim Verlassen, immer wieder.
