von paradoxa
ich lag in der badewanne, abends, nachts, und hatte keinen schwamm, darum nahm ich die fingernägel
< Sie war siebzehn, noch nicht erwachsen und auch nicht fast >
ich musste in den nächsten stunden noch zwei schleifeninvarianten suchen, beweisen und ein dynamisch rekursives programm zur bestimmung der quadratur des kreises schreiben – und konnte nur daran denken wie es ist sich den ganzen schmutz einmal von der blanken haut zu kratzen
< Manchmal war sie wie ein kleines Kind, das keine Klettverschlüsse hatte >
wie schön es war den dreck unter den fingernägeln zu sehen und ihn dort zu entfernen, offensichtlich und leicht wie ein ölfleck auf der straße
< Viel wusste sie nicht über die große weite Welt, nur wie man denkt, dass war ihr Vorteil >
in ruhe zu liegen, das war irgendwie anders als sonst, zumindest für mich. und schon war nächstes wochenende wieder in meinen gedanken, ich war weg, das folgende auch, an einem anderen ort und danach kam schon wieder eine woche voller proben auf mich zu
< Sie machte sich kaputt, viele sagten ihr das, doch nur wenige dachten dabei an sie >
später werde ich das einmal anders machen. ich werde mir eine dusche bauen und tagelang unter ihr stehen
< Gestern hatte sie noch daran gedacht alles hinzuschmeißen, alles was sie vom Steppenwolf unterschied >
dann muss ich nicht mehr so oft baden und nach der Eimerdusche werde ich ein fussbad machen, bis sie aufgeweicht sind
< Sie wollte wieder ein Mensch sein und wusste auch wie es ging, doch Mut war nur ihre äußere Stärke >
ich stieg aus der wanne, nahm ein handtsch und trocknete mich ab, spürte dass die frotte sich echt anfühlte und legte das handtuch ehrfürchtig weg.
< Würde sie es jemanls wieder benutzen? >