Dies ist übrigens kein Beitrag für den Jugendkolumnenwettbewerb, lapidar wurde mir mitgeteilt, ich sei „einfach viel zu alt“, es folgten Schimpfworte, - nun, jetzt bin ich in der Jury, ist doch auch etwas.
Aber einmal etwas Anderes: Darf man ein Tier mehr lieben als einen Menschen? Ein Beispiel: Ich habe also eine Katze zu Hause, acht Jahre alt, rotbraun, wunderschönes Tier, und wenn man mich fragt: Wen magst Du lieber, Alter, ey, den grölenden Skinhead in der S-Bahn, oder Deinen Leo, so heißt mein kleiner Liebling, oder noch schärfer gefragt: Wenn Du wählen müsstest, einer von Beiden muss nach Walhalla, Ulf oder… Investieren Sie bitte keinen Euro mehr für Flaschenbier in das stinkende Schwein, wenn man Sie darum angrunzt. Also in Ulf.
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von dunkelkind
liebe[r].,
du weisst genau, warum ich dir nicht schreibe. ich mag es einfach nicht, das ganze. es geht mir ja nicht einmal um die worte, nein, ganz bestimmt nicht. du weisst ja, wie gern ich sie verjubiliere und mit ihnen spiele; ich beschaeftige mich mit nichts anderem.
es geht um das ganze, um alles, die prozedur. um das, was waehrenddessen mit mir passiert.
es faellt mir schwer, nach wie vor, ja. doch verschlucke deine fragen: einmal. und lass mich.
ich kann schon kaum den blick richtig winkeln, noch mich konfrontieren, gaenzlich. mir vergeht schon das auglid, wenn ich mich nur ansatzweise - langsam. laaangsam. - dem roten stuhl zuwende, der sich wartend vor mir aufbereitet und auch die maschine, die du lachend und von stolz gestreckt den ganzen weiten weg vom flohmarkt unten am hang bis in meine wohnung getragen hast. die unsere meine. sie wurde so geliebt damals. und dann: das papier. diese stapel weissen, holzfreien papiers, die funken spucken und saeuberlich daliegen, geviertelt und verstapelt und bleich. ich fuelle sie und leere. doch sie fangen die perlen, die ich ihnen zum frass hinwerfe kaum mehr.
du kannst meine furcht nicht einmal erahnen.
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