Sandig greisend

von Wechsel-Haft

„Toto.“,  sagte er, während er dem Kater einen ziemlich nassen Knutscher auf dem Kopf verpasste. „Lass das Viech in Ruhe, Mann!“ murmelte ich. Die Worte versickerten im Sand. Ungehört. Ignoriert, wie immer. Ich fange den Fetzen vom Anfang auf. „Toto. War doch dieser Song „Africa“. Habe ich im Sommer gehört.“ Seine Hand massiert ein Ohr des Katers. Sein Blick streift den Sand, vielleicht meine verdreckten Fingernägel. Nichts weiter.
Ein leises Rauschen fährt über meine Hand. Ich fege meine Haut. Sie raschelt, ist wie eine knisternde Plastiktüte. Wir biegen unsere Rücken der Sonne entgegen. Unter uns ist es auch warm. Überhaupt ist es überall warm. Und er schweigt. Ich schweige ebenfalls, denn ich würde auch kein Wort mit mir wechseln.
Er lässt die Fingerkuppen ganz sanft über die Augenlider des Katers fahren. Zu unseren Füssen glitzert der Sand harmonisch.
Mein Atem geht nicht. Da ist kein Gehen mehr. Die Luft verbrennt. Es ist brennender Wind, der über meine Oberlippe fährt, sich verbindet mit meinem Blick. Weit entführt. Wo ich nicht bin.
Er steht auf, den Kater auf den Arm gehoben. Ich senge ihn an mit meinen Augen. Und er geht. Fort. Dort ruht mein Blick. Fort.
Meine Füße bauen Dünen. Die Hände knistern faltig.
Fort ist gut.
Wo ich bleibe.

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