Gute Vorsätze

Eine Teamkolumne des Montagsteams

Zu Gast: Frau Maya_Gähler

wupperzeit:

Heute haben wir einen Gast, Frau Gähler war so nett, unserer Einladung zu folgen und einen Beitrag zu dieser Kolumne zu schreiben, ganz herzlichen Dank dafür, wir freuen uns sehr. Und die Damen und Herren des Teams: Bitte anständig benehmen, heute, also den Wodka nicht aus der Flasche trinken, die Joints nicht auf dem Teppich austreten, Füße vom Tisch, - sicher habt Ihr irgendwo schon einmal gehört oder gelesen, wie man sich anständig benimmt: Einen Versuch starten heute, bitte.

Gute Vorsätze…Fürs Neue Jahr…Nun, ich habe, wie jedes Jahr übrigens, überhaupt keine, ich bin mit dem zufrieden was ich bin und habe, das mag man arrogant oder ignorant nennen, je nach Temperament, für mich bleibt sich das gleich: Es ist mein Leben. Sollte aber jemand Vorschläge machen wollen, was ich mir vornehmen könnte für das Jahr 2008: Immer gerne, wir lachen dann herzlich gemeinsam darüber, und ich: lebe weiter wie bisher.

Ein Ritual pflege ich allerdings jedes Jahr zu Jahresende, ich überarbeite mein kleines blaues Adressbuch, und ziehe anhand der neuen und entfernten Einträge eine nüchterne Bilanz meiner derzeitigen Sozialisation. Da sieht es dunkel aus, übrigens, das Büchlein wird dünner von Jahr zu Jahr, irgendwann wird ein Notizzettel genügen, oder ich kann mir die einzige Adresse, die mich noch interessiert, auswendig merken, bis schließlich…

Aber es ist Sylvester, wir feiern das Neue Jahr, als hätten wir die Jahre zuvor nicht erfahren, keine alten Vorsätze und alte, alte Notizbücher, in diesem Sinne:

Ein sehr frohes Neues Jahr.

Kindermund:

Heute ist es an der Zeit, sich Vorsätze zu machen, nicht? Stattdessen können Sie sich auch Sorgen machen, oder Vorwürfe (vielleicht, weil Sie die guten Vorsätze vom letzten Jahr wieder nicht gehalten haben) Das ist aber alles nicht so schön beruhigend und positiv wie eine hübsche Liste guter, unerfüllbarer Vorsätze:

1. Weniger Schokolade essen (Wie lange willst du das durchhalten? Zwei Stunden?)
2. Mehr Sport machen (Haha)
3. Mehr Zeit mit der Familie verbringen (Wollen wir das wirklich? Wirklich?)
4. Netter zu den Menschen sein (Wie du mir, so ich dir. Das hält also nicht lange vor)
5. Mehr Lesen (Ja. Die Fernsehzeitung)…

Und so weiter und so fort. In den meisten Fällen sind die guten Vorsätze, die wir uns machen, nichts anderes, als das, was unsere Lieben und nicht so Lieben uns das Jahr über eingetrichtert haben. Wollen wir wirklich Schokolade gegen Sport eintauschen? Nein. Das ist nämlich kein Speck, das ist erotische Schwungmasse. Und auch sonst gefallen uns unsere Eigenheiten ganz gut, einschließlich des wütenden Hupens auf dem Arbeitsweg, wenn der Opa mit Hut mal wieder vor einem dahintuckert.

Was bleibt, ist gedrückte Stimmung, wenn einem klar wird, dass man nach Neujahr schon nicht mehr an die guten Vorsätze gedacht hat. Man hat sie regelrecht verdrängt, denn sie werden einem nicht im Geringsten gerecht.Stattdessen sollten wir also vielleicht anfangen, unsere Vorsätze zu renovieren. Wie wäre es mit:

1. Mir von anderen nicht einreden lassen, was ich will
2. Mich so mögen, wie ich mich schon immer mögen will
3. Kein schlechtes Gewissen bekommen, wenn ich Schokolade gegessen habe
4. Mit mir und der Welt zufrieden sein
5. Nicht auf Teufel komm raus versuchen, mich zu verändern

Cat:

Ein neues Jahr steht uns bevor. Ich werde bald 18 Jahre alt und merke nun, was sich doch alles verändert hat. Die Uhr kennt keine Gnade mehr, man musste sich oft zwischen der Familie und den Freunden entscheiden und der Alltag schwemmt einem Aufgaben an, die unmachbar erscheinen.

Man macht sich also auf einem kleinen Zettelchen eine Liste von “Guten Vorsätzen” gemacht, um diesen Veränderungen entgegen zu wirken:

- mehr Zeit mit Familien und Freunden verbringen
- mehr Zeit für mich und meine Hobbies
- den Glauben ernster nehmen
- Abnehmen
- Hausaufgaben machen
- Mit dem Rauchen aufhören
- aufhören in der Nase zu bohren
- sich nicht mehr so leicht aufregen

Nunja, man kennt das ja. Ich habe ein paar neue Regeln (nach Jule s. weiter o.) gebastelt, die ich mir an die Wand hängen werde. Schauen Sie doch mal, ob auch etwas für Sie dabei ist. Denn vielleicht sind sie ein bisschen realistischer und einfacher umzusetzen als die altbekannten Vorsätze.

Verbesserte Regeln fürs neue Jahr: (Nach Jule)

1. Auf mein Herz hören, und das tun, was mir gut tut.
2. Dem Körper die Bewegung geben, die er braucht – Kopfschmerzen nicht mit Tabletten zumauern.Zeit zum Kranksein nehmen.
3. Gerne mal genussvoll Schoki essen, aber auch gut frühstücken und sich Zeit nehmen, im sitzen zu essen.
4. Aufzeichnungen von dem machen, was mich glücklich macht. Diese Sammlung von guten Gedanken immer griffbereit haben – so gibt es keine schlechte Laune mehr!
5. Aufhören die “Glücksberater”, “Liebeshoroskope” und “Sinn des Lebens Büchlein” zu lesen. Lebe! Geh raus auf die Strasse und tu was, um dein Schicksal in die Hand zu nehmen.

Ich habe mich entschlossen, mein Leben als lebenswert und sinnvoll zu erachten, indem ich immer auf Neuerungen setze und mich vor nichts verschließe. Denn Lebendigkeit heißt Bewegung und das nicht nur an einem Tag im Jahr. Mein größtes Glück ist es mein Leben selbst in der Hand zu haben. Lassen wir also neue Sichtweisen gewinnen und versuchen wir doch einfach mal, so gar nicht zu sein, wie es sonst von uns erwartet wird. Fühlt sich gut an? Dann tun Sie es wieder.

Es soll z.B. Menschen geben, die an Silvester einfach nur mit Schampus in der Badewanne sitzen und sich an ihren wackelnden Zehen und den Knallern draußen erfreuen. Wem das zu langweilig ist, der mag sich gelassen mit ein paar Freunden ins bunte Treiben mischen. Und zusehen, wie das alte Jahr vorübergeht und das neue Jahr kommt – in lauter bunten Farben und einem lauten Bäng, Bäng, Bumm, Bumm.

Viel Spaß dabei
wünscht ihnen Frau Cat

(oder für alle, die mich kennen: Alles Liebe fürs neue Jahr, eure Angelika)

lebendigbegraben:

Ich habe in den vergangenen Jahren sehr gute Erfahrungen mit guten Vorsätzen gemacht: Je schneller man sie fallen lässt, desto schneller kann man das neue Jahr genießen. Da ich aber etwas zum fallenlassen brauche, mache ich mir jedes Jahr aufs neue viele gute Vorsätze, die ohnehin so sinnfrei sind, dass es mir nicht allzu schwer fällt, sie zu vergessen. Das oben genannte Beispiel, weniger Schokolade zu essen, ist ein Evergreen, ebenso auch der Vorsatz, netter zu meiner kleinen Schwester zu sein – da diese mir spätestens am 2.1. des Jahres erneut auf die Nerven geht, fällt es mir sehr leicht, auch diesen Vorsatz gepflegt in Richtung Mond zu befördern.

Merke: Gute Vorsätze sind nicht schlecht, machen aber mehr Spaß, wenn man sie ignoriert. Schlechte Vorsätze macht sich aus irgendeinem Grund niemand, vielleicht sollte ich das mal ausprobieren… Mehr trinken, unhöflich und ausfallend werden, wenn mir ein Gesicht nicht gefällt…Aber andererseits tun das andere Leute auch schon ohne Vorsätze. Aus irgendeinem Grund fällt es mir schwer, Vorsätze irgendeiner Art aufzustellen, und wenn ich das geschafft habe, diese dann auch noch einzuhalten.

Aber, um einen Appell anzuschließen – wofür braucht man denn ein Datum? Sport treiben kann ich immer, weniger Schokolade zu essen ist mir ohnehin unmöglich und nett zu meiner kleinen Schwester sein kann ich auch im August noch, das muss ich nicht am Jahresanfang machen.

Ziehen wir also unser Fazit: Wenn man schon die (sinnfreie) Absicht hat, sich irgendwelche Vorsätze zu machen, sollte man dafür entweder genug Willenskraft besitzen, oder sich ein anderes Datum aussuchen. Vielleicht, und damit wage ich bereits einen Blich in die Zukunft, – kurz vor der Weihnachtszeit? Dann ist auch das Christkind glücklich…

In diesem Sinne, einen guten Rutsch ins Jahr 2008 und viel Willenskraft an alle, die ihre Vorsätze durchhalten wollen.

Maya_Gähler:

Adieu 2007,
wie viel von dir ist geblieben?

Unter diesem Aspekt möchte ich meinen Beitrag zur heutigen Kolumne schreiben.
Da ich kein Mensch der großen Worte bin, wenn es um das Weltgeschehen geht, werde ich mich einfach auf meine subjektiven Eindrücke begrenzen. Keine Sorge, ich werde niemanden damit langweilen, dass ich wiederhole, was uns nun wochenlang im TV und in den Zeitungen präsentiert wurde. Dies alles kennen wir zur Genüge.
Aber wusstet Ihr z. B., dass es auf der Homepage vom Literaturcafe einen Rückblick auf die Frankfurter Buchmesse 2007 gibt?
Zitat: “Meine Buchmesse 2007 beginnt mit der Angst sensibler Autorinnen und Autoren, die mich bitten, sie ja nicht anzusprechen, weil sie nach 10 Lesungen und 11 Interviews vielleicht nicht mehr so ganz kontrolliert und aufmerksam sind und dann in meinen bitterbösen Impressionen figurieren könnten … Das gibt mir zu denken.“ Zitatende.
Warum gibt ihr das zu denken? Das würde mich nun doch einmal interessieren. Also wird dies eine Aufgabe sein, welche ich mir für 2008 selbst auferlegt habe, das herauszufinden. Zwar kein Vorsatz, aber doch eine interessante Sache, hier ein Versprechen zu geben. Ich werde berichten bei Gelegenheit.

Meine persönliche Bilanz des Jahres 2007:
Ein Jahr voller Erfahrungen, Tiefschlägen und neuer Wege. Genau diese neuen Wege sind es, die ich weiterhin beschreiten will. Ob nun Vorsatz oder nicht. Ich will es einfach. Aus diesem Grund wird das Jahr 2007 in meiner Erinnerung bleiben, als persönliches Mahnmal. So gesehen, bleibt mir sehr viel von diesem sich neigendem Jahr. Nicht alles, was negativ erscheint, muss im Endeffekt auch negativ bleiben oder sein. Und das ist etwas, was für jedes Jahr gilt, zumindest in meinen Augen.

An dieser Stelle bedanke ich mich bei dem Team der Jugendkolumne für die heutige Gastfreundschaft.

Ein Lächeln kann die Welt erhellen. Viele lächelnde Gesichter sollen heute und für alle Zeit die Herzen erfreuen. Passt auf euch auf , liebe LeserInnen.

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