Pinocchio
Die meisten werden sie kennen, die berühmte Figur aus dem Kinderbuch von Carlo Collodi, in dem Buch werden die Abenteuer einer Holzfigur geschildert, unter anderem eine berühmte Geschichte, als Pinocchio eine immer längere Nase wächst, während er lügt. Man soll eben nicht lügen, oder: Etwas versprechen, wovon nicht einmal man selbst glaubt, dass man es halten kann. Ansonsten möge einem schon während des Versprechens eine Nase wachsen lang und länger, gerne aus Holz.
Hier meine ich die vorsätzlich nicht eingehaltenen Versprechungen, die man Anderen so macht, nicht die fahrlässigen, wie ein Eheversprechen, zum Beispiel, bis dass der Tod Euch scheidet, so etwas suggeriert einem ja nur der „vom Geschlechtstrieb umnebelte Intellekt“, wie Schopenhauer das genannt hat. Ich meine Versprechungen, von denen man in dem Moment, in dem man sie abgibt, schon weiß: Das kann ich nicht halten, werde ich nicht halten, am schlimmsten: Will ich gar nicht halten. Ganz zu Unrecht wird zwischen einem Versprechen und einer Lüge unterschieden, in dem Moment, in dem man ein unhaltbares Versprechen dolus direktus abgibt, lügt man.
Die bekannteste Gruppe der Lügner sind natürlich die Politiker. keine Mehrwertsteuererhöhung, so etwas, aber denen glaubt ohnehin kein vernünftiger Mensch irgend etwas, außer: Dass sie ständig alles, aber auch alles tun werden um an der Macht zu bleiben. Und das ist auch der Hauptgrund, warum Versprechungen gemacht werden, die dann aber überhaupt kein bisschen gehalten werden: Es geht um Macht, um Anerkennung, derjenige, dem etwas versprochen wird, soll dazu verführt werden, den Lügner anzuerkennen und damit seine Macht. Es geht um Eitelkeit, der Lügner erhält und genießt den kurzen Applaus des Versprechens, des Versprochenen, und es geht, am „Ende des Tages“, wie Verona Pooth, oder wie die Tussie heißt, das nennen würde, um Manipulation. Wie in der Kirche soll ich an etwas glauben, an Armageddon oder an Geschwätz.
Zum erstem Mal widmet der 