Sonntag

von A.J.

Ich bin nicht hier. Hänge nicht unter hohen Decken in diesem Schachtelzimmer mit unverbaubarer Aussicht nach unten, kaltes Winterlicht durch milchig vertuchtes Glas. Du bist es, du, mit fahlem Gesicht, das Absinthglas in der Hand, man muss Klischees bedienen sagst du, also Absinth. Bitter mit ein wenig Süße, so muss es sein, denke ich, die Hand am Glase wie abgebrochen fern.

Stimmen knistern durch die papiernen Wände. Da sind andere, zwischen den Türen, nur hier, hier ist niemand, bloß eine ferne Hand und ein Glas und immer wieder dieses Lied. Noch einmal, sagst du, noch einmal, und ich gebe nach und spiele es, ein letztes mal, hörst du, ein letztes mal, und dann doch wieder und wieder. Szomorú vasárnap, denke ich, sie singt es in der falschen Sprache, es ist nicht richtig so, es ist alles falsch. Utolsó vasárnap.

Ich bin nicht hier. Nur eine Hand und ein Glas und das Lied, und es ist nicht Sonntag, hörst du. Noch nicht gleich.

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