Währungen
Simma ährlisch, wie wir Rheinländer sagen: Vieles, alles im Leben ist doch ein Geschäft, ein mehr oder weniger erfolg-oder verlustreiches, und für die Abwicklung eines jeden Geschäftes gibt es eine Währung, in der bezahlt werden sollte, um die Bedürfnisse der Partner zu befriedigen. Das ist meistens Geld oder ein Geldwert, bei den höheren, ideellen Dingen ein solches: ein höheres, ideelles. In einer Freundschaft sind das Sympathie, gemeinsame Interessen, Vertrauen, in der Liebe Attraktivität, Zuneigung, auch wichtig: Vertrauen, usw. Aber eben oft auch Geld, meistens Geld, und es ist eine Binsenwahrheit, dass ein Verwechseln der verschiedenen Währungen für verschiedene Zwecke zu Konflikten führen kann bis hin zum Unglück für alle Beteiligten.
Wenn ich also einkaufen gehe, in einem Lebensmittelgeschäft, Discounter oder so, so ist mein Bedürfnis: Sachgegenstände zu erwerben, meine Währung: Geld. Ich suche bei Aldi keine Liebe, Freundschaft, keinen Gott, sondern, beispielsweise: Ein Brot. Das möchte ich effektiv, also möglichst schnell, und günstig, also möglichst billig, kaufen. Mehr nicht. Und wenn ich die Verkäuferin frage: „Wo haben Sie denn bitte das Brot?“, so erwarte ich nicht, dass sie mich für mein Interesse liebt, sie muss mich also auch nicht so anschauen oder so antworten als ob, eine höfliche Antwort genügt, und: eine möglichst korrekte. Ich kann die Menschen nicht verstehen, die da mehr erwarten, von Servicewüsten raunen, das Brot schmeckt mir doch nachher zu Hause nicht besser, wenn ich einen Vortrag darüber gehört habe, oder ein Beratungsgespräch über Mehlsorten über mich ergehen lassen musste. Oder erst meine Katze: Die Verkäuferin hat mir das erklärt, Leo, heute wird Dir Dein Futter besonders gut schmecken, sie hat gelächelt, ich glaube, sie liebt mich, Dich auch, - das geht meiner Katze aber so etwas am Rücken vorbei, glauben Sie mir.