Es ist
von Kindermund
Wenn du es Liebe nennen willst, dann tu es.
Wenn du dafür, dass du jede Nacht bei mir bist um mich zu ficken, das Wort Liebe benutzen willst, dann tu es.
Oder wenn du es Liebe nennen willst, weil du Schmetterlinge im Bauch hast und weil du dich nach meinen Augen sehnst, nicht nur nach meinem Körper, dann tu es.
Aber frag mich nicht danach.
Oh, auch ich höre es gerne: „Ich liebe Dich“, auch in mir wohnt eine kleine Prinzessin. Aber wenn du es nicht sagst, dann werde ich es nicht vermissen. Nur musst du dich entscheiden. Es sind Worte, nichts als Worte. Und nach ihnen darfst du mich nicht fragen. Ich gehöre ihnen mehr, als ich dir je gehören werde, bin ihnen hörig.
Es gibt einige unter ihnen, denen auch ich diesen Zauber zuspreche: Liebe. Vertrauen. Geborgenheit. Meinetwegen sogar Schicksal. Doch ihnen wohnt ein Traum inne, den nur Kinderaugen fassen können. Deshalb nehme ich sie nicht in den Mund. Ich liebe stattdessen die kleinen, realen Worte, jene, die etwas beschreiben, das es wirklich gibt.
Und wenn du in der Nacht zu mir kommst, um kleine, reale Dinge zu tun, dann nenne es, wie du willst. Ich nenne es ficken.
Und wenn du auch tags zu mir kommst, um mir Dinge zu geben, die du Vertrauen und Geborgenheit nennst, dann habe ich kein Wort dafür. Ich brauche auch keines.
Wenn du eines brauchst, dann nimm es dir. Ich mag „Liebe“. Auch wenn es zu voll von Sternen ist, die wir unbedacht in den Himmel getupft haben.
