Nunja
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Grafik: Lena Knaudt
Nunja,…wie die Dinge ihren Reiz verlieren, wenn man sie trennt, und wenn man sie auch nur trennt, um eine Ordnung herzustellen, wieder herzustellen, nach Regeln, an die man sich gewöhnt hat oder gewöhnen musste, aber die Dinge verlieren ihren Charme, ihren Sinn, ihren Wert, meinetwegen, und am Ende ist alles Inordnung und es Istnichts und es ist ein Nun und ein Ja.
Und ich verstehe nichts von Autos, und interessiere mich nicht für sie, selbst für die nicht, die ich selbst fahre, und oft weiß ich weniger über sie als über mich selbst. So hatte ich mir einmal einen Wagen geborgt, das ist eine längere Geschichte, eine andere Anekdote. An dem Abend, ich hatte ihn etwa zwei Wochen gefahren, da musste ich abends noch tanken, und an der Tankstelle war ich der einzige Gast. Müde war ich damals, ständig todmüde, und vieles musste ich erledigen wie ein Automat, auch das Bezahlen an der Tankstelle, und weil ich immer vergesse, mir die Nummer der Zapfsäule zu merken, sagte ich eben:
„Der rote Peugeot, was macht das, bitte“, zählte dabei mein Geld, - oder: was man so macht.
Aber dieser Blick der Kassiererin, so seltsam sah sie mich an, so misstrauisch, und ich fragte:
„Stimmt etwas nicht“, denn es stimmt ja ständig irgendetwas nicht, vor allem, vor allem nicht, wenn es um Geld geht, am Schluss.
„Das ist kein Peugeot, das ist ein Renault“, und ich weiß nicht mehr, was ich dachte bei dieser Antwort, meistens denke ich: Albernedetails, wie schön wäre das Leben ohne diese albernen Details.
„Wie auch immer: wenn es dadurch billiger wird“, ganz bezaubernd: mein Lächeln dazu, und dieser Charme, und die Dame überlegte kurz, ob sie das Angebot annehmen sollte, Lächeln und Charme, aber billiger wurde es dadurch natürlich nicht, und als ich wieder in dem Rotenauto nach Hause fuhr, dachte ich darüber nach, dass es noch Ärger geben könnte, heute. Spektakulären Ärger, eben.