Unterwegs

Fotos: 42553 Neviges

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Abendbrot, beispielsweise

blog_Organisch.JPGGelegentlich weiß man gar nicht so recht, was man sich so zu essen kochen soll, beispielsweise zum Abendbrot, unschlüssig schlendert man durch den Supermarkt, appetitlos, und schließlich kauft man das Sonderangebot, weil es im Grunde genommen egal ist, was man kauft, so ist es wenigstens billig Irgendetwas muss man essen, irgendwann, warum nicht das Billige sofort.

In Deutschland sinkt die Wahlbeteiligung ständig, bei der letzten Bundestagswahl lag sie unter 80 %, bei Kommunal- und Landtagswahlen liegt sie zwischen 55- und 65 %, bei Europawahlen noch darunter. Tendenz fallend, und obwohl das keine spektakulär schlechten Ergebnisse sind im Vergleich zum demokratischen Ausland, sollte man diese Entwicklung ernst nehmen oder sich zumindest darüber wundern. Dürfen.

Schließlich ist die Beteiligung an einer Wahl für die meisten von uns die einzige Möglichkeit, sich politisch zu äußern und vielleicht sogar: zu gestalten, sollte die von uns gewählte Partei einen Platz im Parlament erhalten. Der Ausgang einer Wahl betrifft oder trifft uns alle, im Kleinen wie im Großen: vom Platz im Kindergarten bis hin zu wie auch immer gearteten und begründeten Beteiligungen an Kriegen. Lokalpolitik und Weltpolitik. Man sollte dazu eine Meinung haben, und dann auch wollen, dass diese Meinung demokratisch durchgesetzt wird. Sonst wird für einen entschieden, und das heißt: über einen, und ganz selten werden da die eignen Interessen berücksichtigt werden. Zumal sie niemand kennt.

Begründet wird die fallende Wahlbeteiligung oft mit einer allgemeinen Politikverdrossenheit, oder Politikerverdrossenheit, man fühlt sich dieser Kaste hilflos ausgeliefert. Nur ist es in einer Demokratie so, dass die Politiker immer so mächtig sind, wie es die Mehrheit der Bevölkerung zulässt, und die einzige Möglichkeit, deren Macht zu regulieren, ist der Moment der Wahl, will man sich nicht selbst politisch engagieren durch Übernahme eines Mandates. Wählen Sie die Typen ab, wenn Sie Ihnen nicht gefallen, sie werden mächtiger mit jedem, der nicht wählt. Politiker sei ein schöner Beruf, so kürzlich ein bekannter SPD-Europaabgeordneter, wenn nur die Wahlen nicht wären, er meinte das völlig unironisch in einem seltenen Moment der Wahrheitsliebe, vermutlich.

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Engel und Schmetterlinge

von Kindermund

Malst mir Landkarten mit Farben
die ich noch nicht sehen kann.

„Ich weiß“
kann ich nicht behaupten
“Ich verstehe“
nur bedingt

Ich kann dir glauben
und auf Zehenspitzen
entlang der Pfade gehen.
Habe mir gemerkt,
wo du sie gezeichnet hast.

Feilenöl

blog_Organisch.JPGEin furchtbarer Tag heute, wenn Sie mich fragen: Den ganzen Tag müssen Sie damit rechnen, von Ihren Mitmenschen belogen zu werden, man findet das lustig und nennt das: Aprilscherze. Die meisten dieser Scherze verharren auf eher niedrigem intellektuellem Niveau, so nach dem Motto: Wenn einer aus dem Fenster fällt ist das lustig, wenn zwei aus dem Fenster fallen: sehr lustig. Hauptsächlich dreht es sich darum, uns etwas völlig Absurdes glauben machen zu wollen, und einen Witz auf unsere Kosten zu machen, - das vor allem.

Das Problem ist nur: Unter dieser Form der Scherze in abgewandelter Form werden wir ein ganzes halbes Jahr lang zu leiden haben, nur geht es dabei nicht um höhere Dinge wie Wechselstrombatterien oder Feilenöl, sondern ganz profan um unsere Zukunft, oder, wenn Sie es pathetisch, patriotisch, solidarisch mögen: Um die Zukunft unseres Landes. Und man nennt das nicht Aprilscherze, sondern Wahlversprechen. Ansonsten gilt für diese besonders infame Form des öffentlichen Lügens aber dasselbe, was ich im vorigen Kapitel über die Aprilscherze geschrieben habe.

Ein legendäres Beispiel für die Umsetzung eines Wahlversprechens nach den Bundestagswahlen war die Diskussion um die so genannte „Merkelsteuer“ im vorigen Wahlkampf, die CDU hatte damals angekündigt, die Mehrwertsteuer um 2 % erhöhen zu wollen, und die SPD versprach lautstark bei allen sich bietenden Gelegenheiten, mit einer SPD-Regierung werde so etwas nie möglich werden. Das Ergebnis ist bekannt, nach der Bundestagswahl wurde die Mehrwertsteuer um 3 % erhöht, der damalige Parteichef der SPD, um eine Selbstbewertung der Glaubwürdigkeit der Wahlversprechen seiner Partei gebeten: Es sei unfair, an dem gemessen zu werden, was man im Wahlkampf gesagt habe. Da er jetzt wieder sehr viel sagt im Wahlkampf, habe ich mir das einmal gemerkt und bemühe mich ihm gegenüber um die größtmögliche Fairness, indem ich ihm kein, aber kein einziges Wort glaube.

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