Ciao

Heute heißt es Abschied nehmen für mich, aber: Nicht zu früh gefreut, bitte, Abschied nehmen nur von diesem Team und damit von dieser Kolumne. Dieses hier ist eine Jugendkolumne, und wer auf mein (biologisches) Alter schaut, der weiß sofort: Es ist ja allerhöchste Zeit. Es wird auch kein sehr sentimentaler Abschied werden, wir haben uns schon untereinander im Team über den schweren Verlust getröstet.

Gegründet wurde diese Kolumne 2006 von mir in meiner Zeit als Jugendvertreter unseres kleinen Forums, die Idee dahinter: Den jungen Kollegen die Möglichkeit zu geben, einmal ihre Meinung in Kolumnenform zu äußern, als feste Teammitglieder oder als Gastschreiber, und zwar zu jedem beliebigen Thema und soweit es die Nutzungsbedingungen dieses Forums erlauben und damit der Anstand überhaupt. Bisher ist das fast zwei Jahre lang gelungen, jeden Montag ein Thema zu finden, fast jeden Montag, ein einziges Mal nicht, - da war ich nach dem letztjährigen Jahrestreffen in Marburg noch zu zerschlagen, um eine Kolumne zu schreiben, aber sonst: Jeden Montag.

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Pinocchio

Die meisten werden sie kennen, die berühmte Figur aus dem Kinderbuch von Carlo Collodi, in dem Buch werden die Abenteuer einer Holzfigur geschildert, unter anderem eine berühmte Geschichte, als Pinocchio eine immer längere Nase wächst, während er lügt. Man soll eben nicht lügen, oder: Etwas versprechen, wovon nicht einmal man selbst glaubt, dass man es halten kann. Ansonsten möge einem schon während des Versprechens eine Nase wachsen lang und länger, gerne aus Holz.

Hier meine ich die vorsätzlich nicht eingehaltenen Versprechungen, die man Anderen so macht, nicht die fahrlässigen, wie ein Eheversprechen, zum Beispiel, bis dass der Tod Euch scheidet, so etwas suggeriert einem ja nur der „vom Geschlechtstrieb umnebelte Intellekt“, wie Schopenhauer das genannt hat. Ich meine Versprechungen, von denen man in dem Moment, in dem man sie abgibt, schon weiß: Das kann ich nicht halten, werde ich nicht halten, am schlimmsten: Will ich gar nicht halten. Ganz zu Unrecht wird zwischen einem Versprechen und einer Lüge unterschieden, in dem Moment, in dem man ein unhaltbares Versprechen dolus direktus abgibt, lügt man.

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Deutsch sein

Schon wieder ich, eigentlich wäre jemand Anderer vom Team dran mit einer Kolumne, aber sie schauen Fußball, vermutlich, gemütlich mit Freunden oder Public-Viewing, während ich seit heute früh in meiner Besenkammer hocke und darüber grübele, womit ich Sie heute unterhalten darf; - kürzlich wollte ich übrigens eine unserer legendären Teamkolumnen über Fußball schreiben, das wurde entrüstet abgelehnt, man interessiere sich nicht dafür, nun: Es gibt also bald ein wenig Diskussionsbedarf, oder wie man das nennt, im Team, demnächst…

Ja, die EM 2008, was mich irritiert: Wenn Deutschland gleich gewonnen haben wird (es steht 1:0, momentan) dann haben alle Deutschen gewonnen, also: ich auch. Obwohl ich gar nicht mitgespielt habe, und einen Sieg einer Fußballmannschaft auch nicht als persönlichen Sieg empfinde, genauso wenig wie eine Niederlage, natürlich. Es gibt auch keine Beziehung zwischen mir und den Fußballern, keine persönliche, ebenso wenig wie eine zwischen ihnen und mir. Oder glauben Sie ernsthaft, Lukas Podolski würde mir morgen während der Arbeit die Daumen drücken, - wohl kaum. Obwohl… Podolski ist ein, nun ja: merkwürdiger Mensch. Aber wie schnell manche immer bereit sind eine Gemeinschaft mit Wildfremden zu bilden… Übrigens hat Podolski gerade das 2:0 geschossen.

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Minden

Das große KV-Jahrestreffen rückt näher, die Klugen unter Euch werden es sich spätestens beim Lesen des Titels gedacht haben, dieses Jahr also in Minden, 26.07.2008, Näheres in der Veranstaltungschronik, - und genau wie letztes Jahr für alle, die noch nie an einem Treffen teilgenommen haben, ein paar Infos, wie läuft das ab, usw. Auch: für die Jugend, besonders für die Jugend.

Das Treffen beginnt um 13.00 Uhr, Zeit, sich ein wenig warmzuplaudern, sich zu begrüßen, wenn man Manieren hat, danach findet die Mitgliederversammlung des Vereines statt, gegen 14.00 Uhr. Daran teilnehmen darf jeder, seine Meinung sagen und vielleicht durchsetzen auch, nur mitbestimmen, das dürfen nur Vereinsmitglieder. Soweit ich die bisherige Liste der Teilnehmer verfolgt habe, nimmt auch nur ein Mitglied des Jugendbereiches, das gleichzeitig Vereinsmitglied ist, an der Sitzung teil, Ihr müsst also darauf hoffen, dass die so genannten Erwachsenen die richtigen Entscheidungen für Euch treffen, vernünftig über Euch entscheiden. Wie Eure Eltern und Lehrer. Würde mich persönlich ein wenig sehr ankotzen, dass ich nicht mitbestimmen darf, zumal die maßgeblichen Projekte von KV vom Verein organisiert werden, aber Ihr wollt es ja so. Kostenlose Mitgliedschaft für unter Achtzehnjährige, danach verbilligte (15 € pro Jahr) für Studenten oder so, Befreiung bei keinem Einkommen, oder geringfügigem. Nebeneffekt: Die Werbung verschwindet von Eurer Seite.Natürlich gibt es auch andere Möglichkeiten, seine Meinung durchzusetzen, außerhalb einer Vereinsmitgliedschaft, aber da seid Ihr Euch ja auch nicht einig, bzw. immer wieder einig desinteressiert. Nun, die MV wird ca. eine Stunde dauern.

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Währungen

Simma ährlisch, wie wir Rheinländer sagen: Vieles, alles im Leben ist doch ein Geschäft, ein mehr oder weniger erfolg-oder verlustreiches, und für die Abwicklung eines jeden Geschäftes gibt es eine Währung, in der bezahlt werden sollte, um die Bedürfnisse der Partner zu befriedigen. Das ist meistens Geld oder ein Geldwert, bei den höheren, ideellen Dingen ein solches: ein höheres, ideelles. In einer Freundschaft sind das Sympathie, gemeinsame Interessen, Vertrauen, in der Liebe Attraktivität, Zuneigung, auch wichtig: Vertrauen, usw. Aber eben oft auch Geld, meistens Geld, und es ist eine Binsenwahrheit, dass ein Verwechseln der verschiedenen Währungen für verschiedene Zwecke zu Konflikten führen kann bis hin zum Unglück für alle Beteiligten.

Wenn ich also einkaufen gehe, in einem Lebensmittelgeschäft, Discounter oder so, so ist mein Bedürfnis: Sachgegenstände zu erwerben, meine Währung: Geld. Ich suche bei Aldi keine Liebe, Freundschaft, keinen Gott, sondern, beispielsweise: Ein Brot. Das möchte ich effektiv, also möglichst schnell, und günstig, also möglichst billig, kaufen. Mehr nicht. Und wenn ich die Verkäuferin frage: „Wo haben Sie denn bitte das Brot?“, so erwarte ich nicht, dass sie mich für mein Interesse liebt, sie muss mich also auch nicht so anschauen oder so antworten als ob, eine höfliche Antwort genügt, und: eine möglichst korrekte. Ich kann die Menschen nicht verstehen, die da mehr erwarten, von Servicewüsten raunen, das Brot schmeckt mir doch nachher zu Hause nicht besser, wenn ich einen Vortrag darüber gehört habe, oder ein Beratungsgespräch über Mehlsorten über mich ergehen lassen musste. Oder erst meine Katze: Die Verkäuferin hat mir das erklärt, Leo, heute wird Dir Dein Futter besonders gut schmecken, sie hat gelächelt, ich glaube, sie liebt mich, Dich auch, - das geht meiner Katze aber so etwas am Rücken vorbei, glauben Sie mir.

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Prominenz

Heute war ich bei einer Freundin zu Besuch, wir haben fern gesehen, unter anderem. Sie besitzt eine Satellitenschüssel, oder wie das Ding heißt, ich bin immer wieder erstaunt, wie viele Sender es gibt, die sich wie viele Nischen suchen für ihr Programm, - aber darüber vielleicht ein anderes Mal mehr. Zu Hause schaue ich nicht fern, oder selten, ich schicke das voraus, um hier nicht als Fachmann zu gelten oder gelten zu wollen.

Wir haben also eine Sendung über Prominente geschaut, zunehmend hat mich verbittert, dass ich keinen davon kannte, und meine Freundin machte natürlich meine ständige Frage: „Wer ist das?“ auch ebenso zunehmend aggressiv. Und selbst wenn ich sie gekannt hätte, so hätte mich ihr ödes Privatleben überhaupt nicht interessiert, es war insgesamt so durchschnittlich, dös es a Sau graust, wie wir Bayern sagen. Sie verlieben sich, sie lassen sich scheiden, heiraten, trennen sich, haben Schulden oder ein Vermögen, einen Film gedreht, ein Liedchen geträllert, - wen interessiert`s? Irgend jemanden bestimmt, sonst würde man das nicht senden. Die Leute mit einem noch traurigerem Privatleben, dann die ganz jungen Mitmenschen, und die älteren Mitbürgerinnen mit ihrem Stapel Klatschmagazinen vor einem am Kiosk, wenn man selbst schnell seinen morgendlichen Flachmann kaufen will. Und die Prominenten selbst, vermute ich.

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Rumblechen in the Forum

In den nächsten Wochen wird hier eine längere Zeit über so genannte Frauenthemen koluminiert werden, angeblich soll es auch um Anderes als um Waschen, Putzen, Bügeln, Kochen, Stricken, den neuesten Klatsch, die neueste Mode gehen: seien Sie bitte darauf gespannt. Aber vorher noch kurz ein Männerthema, Boxen, und ein Frauenmännerthema: Forendiskussionen bei KV.

Am 30.10.1974 boxte also Muhammad Ali gegen George Foreman um den Weltmeistertitel im Schwergewicht, Titelverteidiger war Foreman (40 Kämpfe, alle gewonnen, 37 durch K.o.), Ali war der Titel aus politischen Gründen aberkannt worden, wegen seiner pazifistischen Haltung während des Vietnamkrieges. Der Kampf fand in Kinshasa statt, in dem heutigen Kongo, damaligen Zaire, verbunden war das Ganze mit einem Rockkonzert usw. B.B.King, falls den noch jemand kennt. Foreman posierte mit einem Deutschen Schäferhund auf Pressefotos, Ali war aber der Liebling der afrikanischen Bevölkerung („Ich lege den Niggernamen Cassius Clay ab…“), und so feuerte das Publikum den größten Boxer aller Zeiten beständig an: „Ali, töte ihn…“ (Ali, bomaye).

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